Einführung des Katheters
Gabe von Kontrastmittel zur Lagekontrolle des Katheters (Epidurographie)
grosser Bandscheibenvorfall L5/S1 rechts im MRT
Schematisches Bild eines Massenprolaps

Neurolyse mit dem Epiduralen Verweilkatheter

Die Neurolyse mit dem epiduralen Verweilkatheter wird mittlerweile seit mehr als fünfzehn Jahren in Deutschland angewendet. Bei der minimalinvasiven epiduralen Verweilkatheter-Behandlung wird in Analgosedierung (Dämmerschlaf) ein lenk- und steuerbarer Spezialkatheter in den Wirbelkanal eingebracht. Im Bereich der Lendenwirbelsäule erfolgt dies über eine natürliche Öffnung im Steißbeinbereich (Hiatus sacralis).

Unter Bildwandlerkontrolle und Kontrastmittelgabe kann die Spitze des Katheters zielgenau und gewebeschonend platziert werden. Nach korrekter Positionierung und Fixation mit einer Naht erfolgt dann wiederholt die Applikation unterschiedlicher Substanzen:

  • ein örtliches Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum), um die Schmerzleitung zu unterbinden
  • eine entzündungshemmende Substanz (Cortison), um die lokale Entzündung und Reizung der Nervenwurzel zu verringern (einmalig), "Off Label use" von Cortison (z.B. Triamcinolon) im Epiduralraum d.h. Medikamenten für diesen Gebracuh nicht zugelassen.
  • eine konzentrierte Kochsalzlösung, die das Gewebe (Narbengewebe oder Bandscheibenvorfall), welches den Nerv einengt, durch Osmose schrumpfen lässt und den Spüleffekt einleitet

Die früher zusätzlich verabreichten Enzyme (wie z.B. Hyaluronidase) verwenden wir nicht mehr, da eine Wirksamkeit laut neuerer Untersuchungen nicht gegeben ist.

Der Eingriff selbst dauert nur ca. 20 bis 30 Minuten. Der Patient kann nach ca. einer Stunde wieder aufstehen. Die Behandlung findet über zwei bis drei Tage statt und kann ambulant oder stationär erfolgen.

Eine spezifische Nachbehandlung ist nicht erforderlich. Der Patient sollte sich in den anschließenden Wochen körperlich schonen. Die Ausübung eines Berufes mit überwiegend sitzender Tätigkeit ist bereits nach wenigen Tagen wieder möglich.