Schematische Darstellung der epidural liegenden PASHA®-Elektrode im Lumbalbereich sowie der gesamten anatomischen Situation
PASHA®-ELEKTRODE
Anatomisches Präparat der lumbalen Rückenmarks mit einliegender PASHA®-Elektrode
Schematische Darstellung der anatomischen Situation am unteren (lumbalen) Rückenmark (sog. Conus medullaris) mit den einzelnen Nervenabgängen

PASHA® - Elektrode

Epidurale gepulste Radiofrequenzbehandlung der hinteren Rückenmarksnerven im Wirbelkanal über eine Multifunktionselektrode (-katheter), der sog. PASHA®-Elektrode

Die schonende Verödung von schmerzweiterleitenden Nerven mittels gezielter Wärmeapplikation wird z.B. bei den Wirbelgelenken (Facettengelenken) bereits seit mehr als 30 Jahre erfolgreich eingesetzt.
Durch Nutzung des sog. “gepulsten Radiofreguenzstroms (PRF)” kann ein starkes elektrisches Feld ohne Wärmewirkung appliziert werden. Da die gesamte Schmerzweiterleitung über die Hinterwurzeln des Spinalnerven im Bereich des Epiduralraumes verläuft, liegt es Nahe, diese dort zu unterbrechen um damit u.a. hartnäckige Nervenschmerzen (Neuralgien) zu beseitigen.

Diesen Umstand nutzt eine Multifunktionselektrode (-katheter), der sog. PASHA®-Elektrode. Diese flexible Sonde kann sehr schonend in Lokalanästhesie und ggf. in leichter Sedierung über eine Kanüle in den Epiduralraum eingeführt werden. Die exakte Lagekontrolle erfolgt röntgenologisch. Durch Anschluß des speziellen Katheters an einen Generator können nun vorsichtige Stimulationen erfolgen, um die genaue Schmerzquelle, d.h. die betroffenen Nervenwurzel(n) herauszufinden. Anschließend erfolgt die gepulsten Radiofrequenztherapie der schmerverursachenden Nervenbahnen. Dabei reicht durch die Nutzung des erzeugten elektrischen Feldes eine Temperaturerhöhung auf nur 42 ° über jeweils 4 min. Dadurch kommt es zu keiner Gewebeschädigung. Das verwendete Behandlungsprinzip wird auch als “Nervenmodulation” bezeichnet.

Nach Durchführung der Wärmebehandlung in Form der gepulsten Radiofrequenztherapie bleibt die Sonde noch 3 Tage im Epiduralraum als Verweilkatheter liegen. So können problemlos zusätzlich tägliche Einspritzungen u.a. mit entzündungshemmenden Medikamenten erfolgen. Diese sind auch nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen sinnvoll und notwendig um eine rasche Beruhigung der gereizten und schmerzhaften Nervenwurzeln zu erzielen. Die Therpiergebisse können auf diese Weise weiter verbessert werde. Die Behandlung sollte daher in jedem Fall im Rahmen eines 3-tägigen stationären Aufenthaltes durchgeführt werden.

Entsprechend der aktuellen Studienlage kann so in 70 – 80 % der Fälle eine längerfristige Schmerzreduktion oder auch Schmerzfreiheit erzielt werden.

Der Einsatzbereich ist breit und umfasst u.a. folgende Krankheitsbilder

  • Wurzelreizsyndrome bei Bandscheibenvorfall im HWS-, BWS- und LWS-Bereich
  • Spinalstenose (auch multisegmental)
  • Postnukleotomiesyndrom
  • Vertebragene Kopfschmerzen
  • Chronische Schmerzen nach Gürtelrose (sog. Postherpetische Neuropathie)
  • M. Sudeck