Simplicity III-Sonde
Gekrümmte, der Anatomie der Kreuzbeinoberfläche angepaßte Sondenspitze mit den 3 integrierten Elektroden
Schematisches Bild einer Behandlung des li. ISG mit Sondenlage (Rot), Nervenaustrittslöcher (Blau) und Nervenverläufe (Gelb)
Optimale Sondenlage bei der Behandlung des re. ISG im Röntgenbild (Seitlicher-Strahlengang)

Thermokoagulation des Iliosakralgelenkes (ISG)

mit der SIMPLICITY III – Methode

Das Iliosakralgelenk (ISG) stellt beidseits die Verbindung zwischen dem Kreuzbein (Os sakrum) und der Beckenschaufel (Os ilium) dar und wird so auch als „Kreuzbein-Darmbein-Gelenk“ bezeichnet. Es ist kein klassisches Gelenk wie z.B. das Knie- oder Hüftgelenk und lässt nur minimale passive Bewegungen zu. Es ist jedoch sehr stark durch Bänder und Muskeln gesichert und umgeben und allein daher schon sehr häufig bei Schmerzsyndromen der unteren Lendenwirbelsäule und auch der Becken-, Beinregion betroffen.

Bei akuten Beschwerden liegt häufig eine Blockade vor, die u.a. auch zu einer Beinlängendifferenz führen kann. Dieses Problem läßt sich in der Regel durch eine manualtherapeutische Behandlung gut und rasch lösen.

Chronische Beschwerden werden jedoch meistens durch Verschleißerscheinungen im Sinne einer Arthrose (ISG-Arthrose) hervorgerufen. Diese kann auch entzündlich verändert sein (sog. Sakroiliitis).

Die Beschwerden, die durch ein schmerzhaftes ISG hervorgerufen werden, sind sehr vielfältig. In der Regel ist es ein lokaler, tiefsitzender Rückenschmerz, der aber auch nicht selten in die Gesäßregion oder auch in den hinteren Oberschenkel ausstrahlt (sog. „pseudoradikuläre Schmerzausstrahlung“). Nur selten reicht die Schmerzausstrahlung auch tiefer bis in den Unterschenkel, welches dann die Abgrenzung zu einem lumbalen Wurzelreizsyndrom, z.B. durch einen BSV erschwert.
Eine weitere mögliche Schmerzlokalisation ist die Leiste, welches dann differentialdiagnostisch von einer Hüftgelenksarthrose oder auch einem Leistenbruch abgegrenzt werden muß.

Die Behandlung einer ISG-Problematik ist natürlich zunächst rein konservativ. Neben einer Medikamentengabe mit nicht steroidalen Antiphlogistika wie z.B. Diclofenac oder Ibuprofen stellt die krankengymnastisch-manualtherapeutische Therapie hier einen wichtigen Stellenwert dar. Ebenso sind osteopathische Praktiken sehr hilfreich.

Bei anhaltenden Beschwerden, insbesondere auch bei einer entzündlicher Komponente, kommen auch hier die intraartikulären Injektionen mit Cortisonzusatz idealerweise unter Ultraschall- oder auch Röntgenkontrolle zur Anwendung.

Kommt es danach immer wieder nur zu einer zeitlich begrenzten Beschwerdebesserung bzw. – freiheit so bietet sich auch hier, ähnlich wie bei den Facettengelenken, eine thermische Verödung (Denervierung) an (-> „Thermokoagulation der Wirbelgelenk“). Aufgrund der anatomischen Begebenheiten ist eine Behandlung mit vielen einzelnen Thermonadeln, wie bei den Wirbelgelenken, technisch schwierig und zudem sind die Ergebnisse nicht befriedigend.

Hier zeigt die Simplicitiy III-Technik in Ablauf und Ergebnisse deutliche Vorteile. Die speziell gebogene Thermosonde beinhaltet 3 Elektroden und wird nur über einen einzigen Einstich unter Röntgenkontrolle tangential zur Knochenoberfläche des Kreuzbeines langsam nach oben geschoben. Dabei kommen die 3 Elektroden direkt neben den Seitenästen des S1-, S2- , S3- und S4-Nerven zu liegen. Mit einem speziellen Generator wird dann ein automatisches Programm gestartet, welches die 3 Elektroden abwechselnd bis max. 85° C erhitzt. Der ganze Vorgang dauert ca. 5 min. Anschließend wird die Elektrode entfernt. Der Eingriff kann je nach Beschwerden einseitig oder auch beidseitig durchgeführt werden. Eine vorherige Nervenstimulation ist hier nicht notwendig, so daß die Behandlung auch in Dämmerschlafnarkose (Analgosedierung) erfolgen kann.