Epiduroskop in den Wirbelkanal eingeführt
Epiduroskop mit den 4 Arbeitskanälen
Über den Hiatus sakralis eingeführt
Ballonkatheter zur Lösung epiduraler Verklebungen

Epiduroskopie (EDS)

Bei der Epiduroskopie wir eine sehr kleine Kamera (Optik) in den Wirbelkanal (hier in den sog. Epiduralraum) eingeführt. Dies ist vergleichbar mit der Endoskopie zum Beispiel des Darms oder auch mit einer Arthroskopie bei der Spiegelung von Gelenken.

Der Eingriff geschieht in der Regel sehr schonend über eine kleine Öffnung oberhalb vom Steißbein, dem sog. Hiatus sakralis. Hier können dann sehr genau auf einem Monitor krankhafte Zustände, wie z.B. bei Fällen von stattgefunden und fehlgeschlagenen Bandscheibenoperationen (dem sog. Postnukleotomiesyndrom oder auch Failed back-Syndrom), beurteilt werden.

Die Idee der Epiduroskopie gibt es bereits seit mehr als 50 Jahren. Erst durch verfeinerte Techniken insbes. der Bildgebung konnte diese jedoch in den 90er Jahren deutlich verbessert werden. Lange war es jedoch im Wesentlichen nur eine diagostische Methode, mit der z.B. unklare Schmerzsyndrome bei zudem nicht eindeutigem Kernspintomogramm untersucht werden konnten. Vor allem die Italiener Prof. William Raffaeli und seine Kollegin Frau Dr. Donatella Righetti aus Rimini erweiterten diese Technik vor etwa 10 Jahren. So wurde ein spezieller Ballonkatheter, ähnlich dem Fogartykatheter aus der Kardiologie, entwickelt, um den oft sehr engen Epiduralraum zu weiten und dadurch auch mehr Sicht zu erlangen. Die Menge an Kochsalzlösung, die zur Verbesserung der Sicht in den Epiduralraum eingespritzt wird, kann so um bis zu 50 % reduziert werden. Zudem wurde eine bestimmte Hitzesonde entwickelt, die mit Radiofrequenz und Temperaturen nicht über 60° C hartnäckige Verklebungen und Vernarbungen lösen und gleichzeitig auch Blutungen stillen kann. Hier ist sie dem sonst oft verwendetem Laser als deutlich schonender Maßnahme überlegen. So liegt mittlerweile eine sehr ausgefeilte Technik und auch ein Angebot von verschiedenen Hilfsmitteln vor, um hier bei der EDS auch effektiv behanden zu können.

Der Eingriff kann ambulant oder auch stationär in leichter Dämmerschlafnarkose durchgeführt werden. In manchen Fällen ist am Ende der EDS die Einführung und Platzierung eines Epiduralkatheters unter Sicht sinnvoll. Darüber können dann noch über 2-3 Tage abschwellende Medikamente eingespritzt werden.

Zusammenfassend sind Indikationen für die Epiduroskopie folgende

  • Postnukleotomiesyndrom mit epiduralen Vernarbungen nach Bandscheibenoperation („Failed-Back-Surgery- Syndrom, FBSS“)
  • Verengter Wirbelkanal (Spinalstenose)
  • Erweiterte Diagnostik bei unklaren Schmerzsyndromen an der Wirbelsäule
  • Exakte Positionierung eines Epiduralkatheters unter Sicht mit Einspritzung von abschwellenden Medikamenten
  • Alle Arten von Nervenwurzelreizsyndromen, die durch herkömmliche Maßnahmen keine Besserung erfahren, aber auch keine Indikation für einen offenen Eingriff darstellen.
endoskopisches Bild eines Narbenzugs nach BS-Voroperation
aufgeblasener Ballon im Epiduralraum
Lösung von Vernarbungen mit der Hitzesonde
epiduroskopisches Bild einer Radikulitis (Nervenwurzelentzündung)