Verschlissene Wirbelgelenke mit Entzündung der Gelenkkapsel
Gleitwirbel mit eingeengter Nervernwurzel
Ausgetretener (sequestrierter) Bandscheibenvorfall der auf die abgehende Nervenwurzel drückt
Kleine Einrisse im hinteren Bandscheibenring als mögliche Vorstufe zum Bandscheibenvorfall

Ursachen von Rückenschmerzen

Fast jeder ist schon einmal morgens mit einem tiefsitzenden Schmerz in der Lendengegend aufgewacht. Häufig liegt glücklicherweise nur eine muskuläre Verspannung z.B. nach einer sportlichen Überanstrengung oder Verkühlung beim Schlafen mit offenem Fenster vor.

Diese verschwindet meistens durch Wärmeanwendung und Schonung bereits nach wenigen Tagen. Hält sich der Schmerz länger und ist insbesondere die Bewegung in eine bestimmte Richtung eingeschränkt, so liegt in vielen Fällen eine sog. Blockierung, d.h. Verhakung von einem oder mehreren Wirbelgelenken vor. Hier kann dann mit einem gezielten Manöver (Chirotherapie) meistens eine prompte Besserung erreicht werden. Gestaltet sich der lokale Rückenschmerz hartnäckiger, so muss auch trotz Fehlen einer Schmerzausstrahlung ins Bein an eine Bandscheibenvorwölbung (auch Protrusion genannt) oder gar Bandscheibenvorfall gedacht werden. Bei Letzterem hat der gallertartige Kern der Bandscheibe, im Gegensatz zur Vorwölbung, den Bandscheibenring durchbrochen. Beide Ereignisse können auf eine Gewebestruktur, dem sog. “hinteren Wirbelsäulenlängsband”, drücken.

Dieses ist sehr dicht mit Schmerzrezeptoren besetzt, so dass bei Druck auf dieses Gebilde und freie Nervenabgänge ein reiner Rückenschmerz ohne Ausstrahlung in die Beine resultiert. Die Diagnose kann nur mittels Computertomographie oder besser Magnetresonanztomographie (MRT oder NMR) gestellt werden.

Besteht jedoch neben dem Rückenschmerz auch ein ziehender Schmerz ins Bein, z.B. bis in den Fußaußenrand oder in die Großzehe mit oder ohne Kribbeln oder Taubheitsgefühl, so besteht der Verdacht eines Bandscheibenvorfalls mit Nervenkompression (sog. Wurzelkompressionssyndrom).

Ein weiterer Grund für die meistens in beide Beine ausstrahlenden Schmerzen, die typischerweise beim Laufen zunehmen (sog. “Schaufenstererkrankung”), ist eine Verengung des Rückenmarkkanals, die sog. Spinalstenose. Von dieser Erkrankung sind überwiegend ältere Menschen betroffen. In der Regel verspüren die Patienten beim Vorbeugen (“Buckelbildung”) eine Besserung der Beschwerden.

Die Bandscheibe selbst kann aber auch, ohne Verlagerung des Bandscheibenkerns, zu einem hartnäckigen Rückenschmerz führen. Dabei kommt es zu Nerven- und Gefäßeinsprossungen in überbelasteten und verschlissenen Anteilen der Zwischenwirbelscheibe. Wir sprechen dann von einem sogenannten “discogenen Schmerz”. Hier ist vor allem eine Sitzintolleranz typisch.

Tritt der Lendenschmerz eher beim Stehen auf und verstärkt sich bei Rückneigung, so liegt in den meisten Fällen eine Arthrose der Wirbelgelenke vor (Spondylarthrose, Facettenarthrose). Diese kann bei Vorliegen einer Wirbelsäulendeformität (Skoliose) auch sehr ausgeprägt sein.

Kommt es durch zunehmenden Bandscheibenverschleiß (Osteochondrose) zu einer Lockerung zweier übereinander liegender Wirbel, so resultiert eine sog. “Wirbelsäuleninstabilität”.
Hierbei kann es zum Übereinanderrutschen zweier Wirbel und damit zur Ausbildung eines Gleitwirbels kommen (sog. Spondylolisthesis).

Im Alter ist häufig eine Osteoporose, ggf. mit Wirbelkörperbrüchen, Grund für chronische Rückenbeschwerden.

Weitere Ursachen für solche Beschwerden können auch Entzündungen mit Bandscheiben- oder Wirbelkörpereiterungen und natürlich auch gut- oder bösartige Geschwülste sein. Letztere sind jedoch glücklicherweise sehr selten.